Webseitengestaltung: 6 Faktoren, warum deine Website nicht professionell wirkt

Lou guckt kritisch auf ihren Bildschirm. Sie mag ihre Website. Aber in letzter Zeit beschleicht sie ein ungutes Gefühl. Wirkt ihre Website überhaupt professionell?

Bevor du jetzt “Ja, geht mir genauso” rufst, muss ich dich bremsen.

Das mit der Professionalität ist nämlich so eine Sache. Mit der Zeit siehst du dich an deiner Website satt. Wenn du sie zudem selbst erstellt hast, dann können dich diese Zweifel leicht befallen, eventuell aber einfach nicht stimmen.

Ob deine Website auf deine Besucher:innen professionell wirkt, hängt nämlich von einigen Faktoren ab, die ich dir gerne erkläre.

6 wichtige Faktoren bei der Webseitengestaltung

Eins vorweg: Du musst nicht unbedingt viel Geld für eine:n Webdesigner:in ausgeben, damit dein Webauftritt schick, strategisch und professionell wirkt. Ich kenne einige Selbstständige, die dafür genügend Abstand zum eigenen Angebot und ein sehr gutes Verständnis von Design und User Experience haben und deren selbsterstellte Webseiten super funktionieren.

Wenn du also auch deiner Website einen Touch mehr Professionalität verleihen willst, dann vermeide folgende sechs Faktoren:

1. Deine Website hat kein Ziel

Also ja, du willst natürlich eine Website haben, um dein Angebot zu präsentieren. Das allein ist aber noch kein definiertes Ziel, was deine Besucher:innen konkret auf deiner Website machen sollen.

Am Anfang eines jeden Projekts steht daher die Frage nach dem Fokus. Sollen Interessent:innen ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren? Sollen sie direkt deine Dienstleitung buchen? Verkaufst du einen Online-Kurs?

Es kann natürlich sein, dass du mehrere Ziele hast und das ist auch in Ordnung. Dann steht für dich die Überlegung an, welches Ziel du auf welcher Unterseite deines Webauftritts verwenden willst.

Mehrere Ziele auf einer Seite unterzubringen, verwirrt nur deine Besucher:innen und führt dazu, dass sie schnell wieder verschwinden. In diesem Beitrag verrate ich dir übrigens 6 weitere Gründe, warum Besucher:innen deine Website wieder verlassen (und was du dagegen tun kannst).

2. Du hast eine unklare Struktur und Navigation

Nichts ist schlimmer, als ein unstrukturierter Webauftritt. Hier noch eine Unterseite, da noch eine Verlinkung, hier noch weitere Informationen.

Es passiert leider sehr schnell, dass deine Website einem unübersichtlichen Pizza-Flyer ähnelt. Vor allem, wenn du dir am Anfang nicht genügend Zeit nimmst, deine Inhalte sinnvoll zu strukturieren und daraus eine klare Navigation zu erarbeiten, die bei deinen Interessent:innen keine Fragen offen lässt.

Ich empfehle dir dafür ein Mind-Mapping-Tool wie Miro zu verwenden. Damit kannst du deine Planung visuell unterstützen, siehst direkt auf welcher Hierarchieebene welche Inhalte zu finden sind und ob du an manchen Stellen nicht zu viele Unterseiten hast.

Daraus ergibt sich in der Regel eine schlüssige Benutzerführung deiner Website. Wenn du noch weitere Tipps für die Navigation brauchst, dann lies hier weiter: Warum dich eine schlechte Website-Navigation Kund:innen kostet – 8 Tipps für ein gelungenes Menü.

3. Webseitengestaltung mit schrägen Farben und unleserlichen Schriften

Passende Farben und Schriften für deine Website zu finden, kann ein langwieriger Prozess sein. Wenn Professionalität für dich am wichtigsten ist, dann empfehle ich dir definitiv die Zusammenarbeit mit einer Expertin. Denn hinter der Auswahl von Schrift, Farbe und Design steckt viel mehr als nur die eigene Vorliebe.

Und damit zum wichtigsten Tipp: Klar sollte dir deine eigene Website gefallen. Aber viel wichtiger ist es, dass sie deiner Zielgruppe gefällt. Wie du also passende Farben selbst finden kannst, verrate ich dir hier: Farbchaos Website: 6 Tipps, mit denen du deine Website Farben findest.

Das gilt natürlich auch für die Wahl deiner Schriften. Wenn professionelle Unterstützung beim Branding gerade keine Option für dich ist, dann habe ich drei knackige Tipps für die Auswahl deiner Schrift:

  1. Achte auf Leserlichkeit. Du kannst sehr gerne zwei Schriften kombinieren und eine davon etwas verspielter aussuchen. Aber sie muss auf allen Seiten und allen Geräten gut lesbar sein.
  2. Hat sie alle Sonderzeichen? Manche Schriften kommen aus anderen Sprachräumen und haben nicht unbedingt unsere Sonderschriftzeichen, wie ä, ö oder ß. Prüfe das, bevor du dich entscheidest.
  3. Weniger ist mehr. Die Kombi aus zwei Schriften wirkt super auf einer Website. Aber sie müssen wirklich zueinanderpassen. Wenn du dir nicht sicher bist, dann entscheide dich lieber nur für eine, damit du ein stimmiges Bild erzeugst.

 

4. Du verwendest Medien, die nicht zu dir und deinem Business passen

Klar, Videos sind gerade total populär und auch Google findet Inhalte in kurze Videos verpackt richtig gut.

Aber: Video passt eben nicht zu jeder und jedem!

Bevor du also mit Gewalt bei der Webseitengestaltung auf moderne Medien setzt, nur “weil man das jetzt so macht”, solltest du dich lieber fragen, ob das bei deiner Zielgruppe auch ankommt.

Und damit meine ich nicht, ob deine Traumkund:in Videos schaut (was natürlich eine berechtigte Fragen ist!). Sondern: Kannst du in dem Medium überhaupt überzeugen?

Bleiben wir beim Video-Beispiel: Vielleicht fällt es dir total schwer, flüssig und selbstsicher vor der Kamera zu agieren. Vielleicht hast du kein Equipment, damit die Videos nachher gut aussehen und der Ton stimmt. Vielleicht stresst dich die Erstellung so arg, dass du Wochen damit verschwendest, in denen deine Webseite im Wartungsmodus verbleibt.

Mein Tipp: Klar, unterschiedliche Medien, wie Videos, Bilder, Grafiken, Podcasts, Blogbeiträge, etc. auf deiner Website einzubinden, ist wichtig. Aber weder brauchst du alle, noch solltest du welche verwenden, mit denen du dich im Moment nicht wohlfühlst.

5. Du willst Sichtbarkeit ohne Suchmaschinenoptimierung

Warum ich deine Website nicht einfach für Suchmaschinen optimieren kann, verrate ich dir in einem anderen Artikel.

Denn obwohl es einige Dinge gibt, auf die man bezüglich SEO bei der Webseitengestaltung achten muss, liegt der Hauptteil der Arbeit in der Erstellung deiner Inhalte. Google ist total bereit, Fehler in der Website-Technik zu verzeihen, wenn dein Content absolut hilfreich für deine Leser:innen ist.

Andersherum ist Google allerdings nicht so großzügig!

Du kommst also nicht drum herum, deine Inhalte kritisch zu überprüfen und wahrscheinlich auch zu überarbeiten. Dabei ist SEO nichts, wofür man studiert haben muss. Schau mal bei meiner Kollegin Denise vorbei, die gibt dir haufenweise Tipps zu SEO-Content.

6. Dein Design = Pizzaflyer auf dem Bildschirm

Kommen wir nun endlich zum Aussehen deiner Website.

Zunächst gilt: Erst wenn alle deine Inhalte klar sind, solltest du überhaupt anfangen, über ein Design nachzudenken. Alles andere ergibt wenig Sinn. Denn woher sollst du wissen, WIE du etwas darstellen willst, wenn du nicht weißt, WAS du überhaupt zeigen willst?

Wenn deine Website mit einem bekannten Content-Management-System, wie WordPress erstellt ist, dann kannst du natürlich aus den unzähligen Vorlagen – Themes genannt – wählen und sie entsprechend an deine Bedürfnisse anpassen.

Ich empfehle dir, folgende Kriterien zu beachten:

  1. Arbeitet dein ausgesuchtes Theme mit einem Builder, wie Elementor, Divi, WPBakery oder Ähnliche? Diese Builder ermöglichen dir auch ohne Kenntnisse von CSS, deine Website relativ einfach per Drag-and-Drop anzupassen.
  2. Gibt es aktuelle Update für das Theme? Sicherheitsstandards für Websites ändern sich praktisch täglich. Bei einem professionell erstellten Theme kümmern sich die Verantwortlichen dahinter um regelmäßige Updates, damit an der Security-Front nichts schiefgehen kann.
  3. Moderne Trends sind nicht alles. Manchmal schießen Designer über das Ziel hinaus. Dann sind die Themes so abgefahren, dass sie zwar toll aussehen, aber letztendlich für die User Experience total ungeeignet sind.
  4. Weniger ist mehr. Natürlich sind verspielte Themes mit vielen grafischen Elementen und Spielereien schön. Aber brauchst du das alles wirklich? Deiner Besucher:innen überzeugst du mit deinem Angebot, daher wirkt ein einfacheres, minimalistisches Design oft professioneller.

Webseitengestaltung: DIY oder doch lieber vom Profi?

Und die Frage kommt von einer, die mit Webdesign ihren Lebensunterhalt verdient! 😅

Also ja, unbedingt vom Profi machen lassen!

Spaß beiseite.

Wie ich schon am Anfang erwähnt habe: Es gibt einige Selbstständige, die ihren Webauftritt allein gestalten und dabei höchst professionell rüberkommen. Es ist also natürlich möglich, das in Eigenregie zu machen.

Moderne Systeme, wie WordPress oder auch Squarespace bieten so viele Anleitungen und Vorlagen, dass man nicht immer Unterstützung braucht.

Allerdings ist es für manche schwierig, den Abstand zum eigenen Angebot zu haben. Dadurch sind dir vielleicht viele Dinge total klar, deinen Besucher:innen aber nicht. Dann erklärst du entweder zu wenig, findest nicht die richtigen Worte oder verzettelst dich in Unterseite zu Unterseite, ohne richtig auf den Punkt zu kommen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Website überhaupt eine Überarbeitung braucht, kannst du bei mir eine Webseitenanalyse buchen. Ich schaue mir deinen Webauftritt genau an und gemeinsam besprechen wir, was zu tun ist.

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