Website-Struktur: 5 Schritte für mehr Ordnung (und mehr Kund:innen)

Lou freut sich auf ihr freies Wochenende. Mit einem Tee in der Hand setzt sie sich kurz an den Laptop, weil sie ein Angebot auf ihrer Website überprüfen möchte. Sie klickt sich auf die Startseite, auf die Übersichtsseite ihrer Angebote und von dort auf Angebot X.

Sie runzelt die Stirn und stellt ihre Teetasse ab. Wo ist denn die eine Information zum Angebot, die sie sucht? Sie klickt weiter. Und weiter. Ihr Tee wird kalt.

Vielleicht fühlst du dich manchmal wie Lou: Du möchtest auf deiner Website “kurz” etwas überprüfen und tauchst eine Stunde später aus dem Tunnel auf, weil du

  1. die eine Sache nicht auf Anhieb gefunden hast.
  2. noch zig andere Sachen auf der Suche gefunden hast, die du ändern willst.

Je länger du selbstständig bist und je mehr sich dein Angebot verändert, desto chaotischer wird deine Website. Was am Anfang als schlanker Internetauftritt begonnen hat, ist nun ein Wirrwarr, wie es nur Stromkabel in Vietnam können (hier findest du ein Bild, wenn du bisher keine Ahnung von vietnamesischen Stromleitungen hast).

Jetzt kommt eine gute und eine okaye Nachricht:

Egal, wie chaotisch dir dein Webauftritt erscheint, du kannst es vereinfachen. Das war die gute Nachricht.

Es ist nur leider keine Aufgabe für “nebenher”, sondern ein Projekt, das Zeit braucht.

Besuchende und Google freuen sich über eine klare Struktur

So funktioniert Internet heute: Du kommst bei der Suche nach einer Antwort auf eine Website und willst sofort die Lösung sehen. Nicht auf Unterseite 4, nicht versteckt und nicht irgendwo ganz unten. Je besser du also deinen Webauftritt strukturierst, desto besser die Chance, dass dein Angebot gebucht wird.

Aber auch Google ist ein kleiner Struktur-Junkie. Man mag es kaum glauben, aber die größte Suchmaschine ist knauserig, wenn es um Serverleistung geht. Die ist nämlich in dem Ausmaß, in dem Google sie braucht, unglaublich teuer.

Kommt daher ein Crawler auf deiner Website vorbei und möchte kurz die Inhalte erfassen, um dein Google-Ranking einzuschätzen und findet sich nicht gleich zurecht, ist er schnell wieder weg.

Ein Website-Aufbau mit Struktur ist also für SEO und deine Platzierung in den Suchergebnissen enorm wichtig.

So erstellst du eine sinnvolle Website-Struktur

Von einer Sache rate ich dir dringend ab: Versuche nicht, deinen Website-Aufbau mit “hier eine Unterseite kürzen” und “da zwei Unterseiten zusammenfassen” zu verändern.

Das führt nur zu noch mehr Unordnung und bald brauchst du selbst eine Anleitung, was du wo findest.

Projektphase 1 lautet daher: Alles Schritt für Schritt vorbereiten.

Projektphase 2: In einem Rutsch technisch auf der Website umsetzen.

So verwirrst du mit deinen Umbauarbeiten weder deine Besucher:innen noch Google.

Schritt 1: Deine Zielgruppe und passende Themen

Kennst du deine Zielgruppe – und ist sie noch aktuell? Die Kundengruppe, mit der du arbeiten willst, darf sich ändern.

Vielleicht hast du zu Beginn deiner Selbstständigkeit Solo-Unternehmer:innen angesprochen, möchtest aber jetzt lieber mit mittelständischen Kund:innen arbeiten? Kein Problem. Aber beide Gruppen brauchen andere Inhalte, um von dir überzeugt zu werden.

Es ist übrigens auch völlig in Ordnung, mehrere Zielgruppen zu haben. Daraus ergeben sich oft mehrere Oberthemen, die du auf deiner Website darstellen musst.

Ein Beispiel:

Du bist Lektorin und bietest deine Dienstleistung sowohl für Studierende als auch für Unternehmen an. Das sind zwei Zielgruppen, die unterschiedlich angesprochen werden müssen und gleichzeitig zwei Themengebiete, die auf deiner Website Platz finden wollen.

Bei den Studis geht es um Master- und Bachelorarbeiten, bei den Unternehmen vielleicht um Webseitentexte, Inhalte für Whitepaper und sonstigen Content.

Du brauchst im Idealfall für beide Zielgruppen je eine Angebotsseite, auf der die wichtigsten Infos zu finden sind:

  • Wie läuft ein Lektorat ab, was beinhaltet es?
  • Was kostet es und wie wird berechnet, nach Seite, nach Wortanzahl oder Projektpreis?
  • Wie lange dauert es und bis wann muss man es gebucht haben?

Alle Informationen, die für eine Buchung relevant sind, sollten gut übersichtlich zu finden sein. Aber kommen wir zu Schritt 2.

Überprüfe daher deine Zielgruppe und sei dir sicher, wen du mit deinem Webauftritt abholen willst, bevor du zu Schritt 2 übergehst.

Schritt 2: Welche Inhalte hast du bereits und zu welcher Zielgruppe passen sie?

Nachdem du nun weißt, wen du ansprechen willst und was deine Oberthemen auf der Website sein sollen, prüfst du deinen vorhandenen Content.

Wie viele Unterseiten hast du zu jedem Thema? Welche Blogbeiträge passen zu wem? Hast du weiteres hilfreiches Material, wie Checklisten, Referenzen, Testimonials, Beispiele, um dein Angebot besser zu präsentieren, sodass deine Besucher:innen gar nicht mehr anders können, als direkt zu buchen?

Schreibe alles übersichtlich auf, ohne es zu bewerten. Schritt 2 ist die reine Bestandsaufnahme.

Schritt 3: Website-Struktur visualisieren

Dieser Schritt ist der anstrengendste und dauert oft am längsten. Du musst jetzt entscheiden, welche Inhalte wo in der Hierarchie deiner Website auftauchen.

Am Anfang steht natürlich immer deine Startseite. Aber was kommt danach? Dein Angebot ist wichtig und daher höher anzusiedeln, als etwa deine Blogbeiträge, die dein Können und Wissen lediglich unterstützen, aber nichts “verkaufen”.

Mein Tipp: Unterstütze deine Strukturplanung visuell. Das geht zum Beispiel mit einem kostenfreien Tool, wie Miro. Damit kannst du easy deine Struktur nach und nach aufbauen und jederzeit flexibel hin und her schieben.

Hier findest du einen hilfreichen Artikel mit weiteren Empfehlungen zu Mindmapping Tools und Tipps, wie man sie benutzt.

Aus dieser Arbeit ergeben sich deine Menüpunkte, die du anschließend in deiner Navigation verwendest.

Weiterer Tipp: Mehr als fünf bis sieben Punkte solltest du nicht in deine Navigation packen, weil das wieder verwirrt.

Wenn du bei Schritt 3 auf mehr als sieben Punkte kommst, dann bist du einfach noch nicht fertig. Das kannst du besser!

Schritt 4: Interne Verlinkung aufbauen

Da du nun deinen Content und die Struktur deiner Website übersichtlich vor dir hast, kannst du dich gleich an den Aufbau einer internen Linkstruktur machen.

Die ist wichtig für deine Besucher:innen, denen du so noch weitere Informationen liefern kannst. Sie ist aber auch für Google wichtig, denn du signalisierst dem Crawler, auf welche weiteren Seiten er bitte noch gehen soll.

Du erinnerst dich: Google ist mit Serverleistung sparsam, deine Website wird daher nie mit allen Unterseiten angeguckt und bewerten. Mit einer guten Linkstruktur gibst du den Crawlern Anweisungen, welche Inhalte noch relevant sind.

Wie sich interne Verlinkungen noch auf deine Website und deine Rankings auswirken, kannst du bei Sistrix genauer nachlesen.

Schritt 5: Passt der Content noch?

Fast fertig, oder? Du weißt jetzt, welche Inhalte du hast, zu wem sie passen und wo du sie auf deiner Website unterbringen willst.

Jetzt musst du nur noch die Inhalte checken (falls du die Ironie nicht lesen konntest: Achtung, Ironie! Content überarbeiten ist leider ein weiterer, dicker Brocken auf dem Weg zu einer tollen Website-Struktur.)

Als Erstes gilt: Stimmen die Keywords noch? Vielleicht hast du am Anfang deiner Selbstständigkeit gar nicht wahnsinnig viel Wert auf Suchmaschinenoptimierung gelegt? Dann kannst du das jetzt nachholen und deinen Content passend überarbeiten.

Wenn du mehr über suchmaschinenoptimierte Inhalte lernen willst, kann ich dir den Blog von Maike von Satzgestalt empfehlen. Haufenweise gute Artikel und Podcast-Folgen.

Wenn du tiefer einsteigen willst: Ihr SEO-Onlinekurs ist auch Gold wert!

Ganz schön viel Arbeit!

Jap, eine Website-Struktur zu erarbeiten, ist richtig viel Arbeit. Wenn du schon eine Weile selbstständig bist und dein Angebot sich verändert hat, ist es wahrscheinlich an der Zeit, deinem Website-Aufbau etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Zu entscheiden, welche Inhalte noch relevant sind, welche nicht, welche vielleicht aufbereitet werden müssen und welche fehlen, ist alleine oft schwer. Ein Blick von außen hilft!

Gerne können wir in einer Webseitenanalyse zusammen einen ersten Schritt gehen. Damit ist zwar nicht die ganze Arbeit erledigt (das ist in der Kürze der Zeit nicht möglich). Aber ich gebe dir erste Impulse, damit du weiter an deiner Struktur arbeiten kannst.

Vereinbare gleich einen Kennenlerntermin und wir besprechen, wie ich dir helfen kann!

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