Freelancer-Leben: Zwischen Workation und Weltuntergang

Die Selbstständigkeit als Webdesignerin ist so ein Ding. Oft gibt es Wochen und Monate am Stück, da finde ich einfach alles mega. Projekte machen Spaß, alles läuft wie am Schnürchen und Geld kommt am Ende des Monats auch noch rein.

Und dann gibt es Tage und manchmal auch Wochen, da sehne ich mich ein wenig nach der entspannten „Sicherheit“ im Angestellten-Dasein. Wobei Sicherheit mit Absicht in Anführungsstrichen steht, denn so ganz sicher ist es eben nie.

Daher habe ich heute mal notiert – sowohl für dich, als auch für mich – welche 8 Dinge ich an meiner Arbeit liebe. Und mit welchen ich eben lebe.

Magdalena Gajewski als Freelancerin für Webdesign

Dachte nie, dass ich als Freelancerin arbeiten werde

8 Dinge, die ich an meiner Arbeit liebe

Flexible Zeiteinteilung

Schreibt die Frau, die sich weiterhin den Wecker stellt und jeden Morgen flucht beim Aufstehen. 😂

Aber Spaß beiseite: Frühes Aufstehen nervt mich zwar, aber ich fange trotzdem gern früh an zu arbeiten. Dadurch höre ich auch entsprechend „früh“ wieder auf, wenn alles nach Plan läuft.

Zum einen liebe ich es, schon morgens in Ruhe Sachen abzuarbeiten, ohne dass ich von Mails und Nachrichten gestört werde. Während die Welt irgendwie noch nicht wach geworden ist. Wenn es sich anfühlt, als gäbe es nur mich und Mona (meine Katze).

Zum anderen ist mein Hirn vormittags einfach besser drauf. Aufgaben erledige ich viel schneller, bin kreativer und alles macht mehr Spaß. Ab dem frühen Nachmittag geht mir irgendwie die Puste aus.

Direkte Kommunikation mit meinen Kundinnen

Bei mir gibt es keine*n Projektmanager*in. Niemand funkt dazwischen. Nichts geht „lost in translation“ (höchstens lost in meinem Hirn).

Dieses über 5 Ecken Kommunizieren, wie es in Agenturen der Fall ist, habe ich noch nie verstanden. Meiner Ansicht nach macht es das nur unnötig kompliziert und zieht alles in die Länge.

Daher arbeite ich gern und bewusst als Soloselbstständige. Ich mag meine Kundinnen und möchte gern den direkten Kontakt haben. Oft fühlt es sich sogar ein wenig traurig an, wenn eine Website abgeschlossen ist und wir jetzt keinen wirklichen Grund mehr haben, ständig miteinander zu kommunizieren. 🥲

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Auf mein Bauchgefühl hören können

Das schließt direkt an den oberen Punkt an: Ich kann mir meine Kundinnen aussuchen und bekomme nicht einfach Projekt XY vorgesetzt.

Im Alltag bedeutet das aber auch, dass ich manchmal Anfragen ablehne. Nicht, weil ich so reich bin (schade eigentlich!).

Sondern weil wir einfach nicht harmonieren oder ich das Gewünschte nicht umsetzen will oder kann (du brauchst einen Onlineshop? Da gibt es andere Kolleg*innen, die das anbieten).

Hier erkläre ich noch genauer, wie ich entscheide, ob wir ein Match sind: So entscheide ich, ob ein Projekt zu mir passt.

Flexibler Arbeitsort

Ich arbeite tatsächlich am liebsten in meinem Arbeitszimmer daheim. Da steht mein perfekter Schreibtisch. Da stimmt die Temperatur. Da habe ich meinen großen Monitor und ab und zu kommt Mona vorbei.

Aber ich tausche mein Arbeitszimmer auch gern gegen wackelige Tische in Rom oder dauerhaft Sonnenschein in Athen. Oder sitze im Arbeitszimmer meiner Schwester und passe auf ihre Katzen auf, während sie im Urlaub ist – wie jetzt gerade beim Schreiben dieses Artikels.

I love Workations!

Meine Fokuszeit wird nicht gestört

Mein Smartphone liegt meistens in einem anderen Zimmer. Meine Sprachbox sagt allen Anrufenden, dass ich per Mail erreichbar bin. Mein Partner weiß mittlerweile, was „Kopfhörer auf“ bedeutet.

Meine Fokuszeit ist mir heilig. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel ich abarbeiten kann, wenn ich 30, 60 oder auch 90 Minuten am Stück nicht gestört werde. Keine WhatsApp-Benachrichtigungen, keine aufploppenden Mails, keine Kolleg*innen, die „nur kurz was fragen wollen“.

This could have been an E-Mail

Ja, Meetings sind wichtig und bringen wirklich etwas.

Aber früher saß ich als Marketing-Assistentin in einigen ach so wichtigen Meetings – die eben nicht wichtig waren. Die man hätte auch einfacher und meistens mit einer E-Mail klären können.

Heute gibt es bei mir eh nur Calls via Zoom und die nur, wenn wir in Projekten etwas absprechen müssen, was nicht eine E-Mail passt.

Ansonsten gibt es im laufenden Projekt ca. 1 × die Woche ein Update, wo wir stehen, was ich erledigt habe, was als Nächstes ansteht und was meine Kundin eventuell zuarbeiten muss.

Feierabend, wenn ich fertig bin

Ich plane wirklich gern.

Nicht nur meinen Urlaub, sondern auch meine Arbeit.

Jeden Freitag setze ich mich zu meinem CEO-Date hin. Da reflektiere ich, wie meine Woche war und was ich alles geschafft habe.

Danach plane ich, was kommende Woche alles erledigt werden will und wann ich dafür Zeit habe. Das steht alles haargenau in meinem Kalender. Inkl. Pufferzeit für Dinge, die eh dazwischenkommen.

Wenn ich an Tag X meine ToDos erledigt habe, dann mache ich den Computer aus. Ich wiederhole mich vielleicht, aber: Ich mag meinen Feierabend. Ich habe mich nicht selbstständig gemacht, um jeden Tag bis spätabends im Arbeitszimmer zu sitzen.

Heißt natürlich nicht, dass es nicht doch Tage gibt, an denen ich länger dranbleiben muss. Aber die sind meistens auch geplant.

Denn: Die Aufgaben hören nie auf, du bist nie „fertig“ mit allem. Daher sind Planung und das Festlegen, wann was fertig sein soll, so wichtig für deinen Feierabend.

Websites bauen

Ich mag es wirklich, wirklich gern, Webseiten zu erstellen.

Alles daran!

Meine Kundinnen und ihre Arbeit kennenzulernen.

Dabei zu helfen, Positionierung und Angebot noch zu schärfen, damit es auf der Homepage Sinn ergibt.

Die Struktur zu erstellen und dabei zu beraten, ob ein Newsletter oder ein Blog direkt wichtig sind oder noch warten können.

Das Design in eine echte Website zu übersetzen.

Zwischendurch über Aufgaben zu stolpern und zu knobeln, wie ich was lösen kann.

Am Schluss auf „Veröffentlichen“ drücken.

Das ist einfach mein Ding! ❤️

Dinge, die ich halt akzeptiere

Aber so schön die ganzen Sachen da oben sind, es gibt immer Dinge, die nerven. Trotzdem gehören sie dazu:

Steuern

Also, nicht nur sie zu zahlen. 😅 Aus der Nummer kommen wir eh nicht raus.

Aber auch, mich darum zu kümmern. Immer im Blick zu haben, dass von allen Einnahmen der Steuerbetrag auf ein anderes Konto wandert. Nicht zu vergessen, meine Einkommenssteuer-Voranmeldung pünktlich einzureichen und zu bezahlen. Meine Belege sauber abzulegen.

Aber zugegeben: Meine Buchhalterin hilft mir dabei sehr. Danke, Katharina! 😍

Flauten, Sommerlöcher, Urlaub-heißt-kein-Geld-verdienen

Es gibt manchmal Momente, da erinnere ich mich sehnsuchtsvoll daran, dass am Ende des Monats Geld auf mein Konto kam. Immer der gleiche Betrag.

Egal, ob wir gerade Hochsommer hatten und alle lieber im Freibad lagen, niemand arbeiten wollte und sich Projekte wie Kaugummi gezogen haben.

Egal, ob ich krank war und eine Woche ausgefallen bin. Oder 4 Wochen in Reha war.

Egal, ob es zu viele oder zu wenige Aufträge gab.

Egal, ob ich 4 Wochen im Urlaub in Vietnam war.

All das sind jetzt Situationen, bei denen am Ende des Monats kein oder nur wenig Geld aufs Konto kommt. Fühlt sich nicht immer leicht und entspannt an. Gehört aber zur Selbstständigkeit dazu – vor allem als Freelancerin.

Marketing muss ich immer machen

Nicht erst, wenn schon niemand einen Termin zum Erstgespräch macht.

Ich habe zwar prinzipiell immer Lust drauf, weil ich nur die Kanäle nutze, die zu mir passen. Aber ich habe nicht immer Zeit.

Manche Wochen sind super turbulent: Projekte laufen gut, aber parallel oder es kommen viele Anpassungen bei meinen Dauerkundinnen rein.

Dann ist Marketing das erste, was ich aus dem Kalender streichen will. Aber eben nicht sollte. Dann kann es schon sein, dass ich am Wochenende nochmal am Laptop sitze.

Weiterbildung kommt genau dann, wenn es nicht passt

Das liest sich jetzt erst mal so, als hätte ich keinen Bock drauf. Genau das Gegenteil ist der Fall!

Ich muss zwar nicht alles Wissen aufsaugen wie ein Schwamm. Aber ich habe Lust, neue Sachen für meinen Job zu lernen.

Was aber meistens passiert: Der coole Workshop oder das interessante Seminar finden immer – wirklich IMMER – genau dann statt, wenn meine Woche platzt. Wenn Feierabend um 16 Uhr eh schon ein Wunschtraum ist. Warum ist das so, liebes Universum?

Dann muss ich entscheiden: Ist es ein Thema, was mich weiterbringt oder sogar wichtig ist? Oder ist es Nice-To-Have, auf das ich jetzt gerade Bock habe?

Und manchmal geht es dann eben einfach nicht.

Fazit

Alles in allem betrachtet überwiegen glücklicherweise die Sachen, die ich an meinem Job liebe.

Wie ist es bei dir?

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